Die Auswirkungen der aktuellen Pandemie haben unsere Gewohnheiten auf eine Weise verändert, die vor wenigen Wochen noch undenkbar gewesen wäre. Auch unsere Arbeitsweise ist davon betroffen. Diese Veränderung der täglichen Routine ist gelinde gesagt ungewohnt und für all jene, die ihren Alltag radikal anpassen müssen, eine echte Herausforderung. Doch viele Freelancer, Künstler, Autoren oder Architekten sind es seit Jahren gewohnt, von zu Hause aus zu arbeiten. Wir haben einige Freunde aus unserem Netzwerk um ihre persönlichen Tipps gebeten, wie man sich im Lockdown am besten einrichtet und die richtige Balance findet.

Louis, Architekt Hmonp
« Für mich persönlich ist das Wichtigste ein fester Arbeitsplatz: ein separates Zimmer, eine Arbeitsecke im Raum... der Ort ist zweitrangig, solange er unverändert bleibt. Ein dedizierter Arbeitsplatz ermöglicht einen echten Schnitt nach Feierabend. Früher bin ich vom Schreibtisch über den Küchentisch ins Wohnzimmer gewandert. Seit ich ein eigenes Arbeitszimmer habe, arbeite ich deutlich fokussierter und mühelos länger.
Außerdem – und das ist sehr individuell (Kreative ticken da oft ähnlich, wie ich festgestellt habe) – finde ich es wichtig, sich einen ganz eigenen Bereich mit persönlicher Note und individueller Deko zu schaffen... Das gilt auch für die Arbeitsorganisation: Man kann sich von bewährten Methoden inspirieren lassen oder ein eigenes System entwickeln. Entscheidend ist, dranzubleiben und dass es wirklich zu einem passt.
Nicht jeder ist von Natur aus für das Homeoffice geschaffen, aber man kann es lernen!
Was die Arbeitszeiten angeht, ist Disziplin gefragt – und das lernt man mit der Zeit. Meine Routine ist im Grunde dieselbe wie damals, als ich auswärts gearbeitet habe, nur mit zusätzlichem Sport (auch zu Hause). Morgens starte ich mit ein paar Tassen Kaffee und einer Reihe von Übungen wie Sit-ups und Planks. Die große Freiheit im Homeoffice besteht darin, keine Zeit mit Pendeln zu verlieren. Und es ist enorm wichtig, diese Zeit für sich selbst zu nutzen. Genau so ist auch meine morgendliche Sportroutine entstanden. Außerdem esse ich mittags und abends zu festen Zeiten und versuche Fertiggerichte so weit wie möglich zu vermeiden.
Nicht jeder ist von Natur aus für das Homeoffice geschaffen, aber man kann es lernen. Längerfristig von zu Hause aus zu arbeiten bietet auch die Chance, die eigene Arbeitsweise und Gewohnheiten zu reflektieren und herauszufinden, was für einen selbst am besten funktioniert. Betrachten Sie diese Zeit daher als echte Gelegenheit zur Veränderung! »
• Ein fester, dedizierter Arbeitsbereich erleichtert die Trennung von Arbeit und Privatleben
• Den Schreibtisch so einrichten, dass man sich wohlfühlt
• Feste Arbeitszeiten definieren und die Freizeit bewusst nutzen
• Die eigene Arbeitsorganisation finden oder bewährte Methoden wie die Pomodoro-Technik anwenden

Pierre-Emmanuel, Experte für Facebook Ads & CM
« Ich starte gerne mit einem ausgiebigen Frühstück in den Tag, das ist mir wichtig (30–45 Min.). Auf dem Plan stehen meistens: Eier mit gesalzener Butter auf Brot, etwas Obst nach Saison und der erste Kaffee des Morgens.
Arbeitsbeginn ab 9:30 Uhr. Zunächst nehme ich mir etwa 30 Minuten für Recherchen: Newsletter und Fachartikel lesen (Webmarketing, ADN, Frenchweb, TechCrunch etc.).
Von 10:00 bis 11:30 Uhr beantworte ich meine E-Mails und Nachrichten. Anschließend überprüfe und optimiere ich meine laufenden Social-Ads-Kampagnen je nach Performance. Um 11:30 Uhr mache ich eine Pause, vertrete mir die Beine und trinke einen richtig guten Kaffee (ich lebe auf La Réunion, kennen Sie den Bourbon-Kaffee?), damit halte ich bis zum Mittagessen durch. Danach widme ich mich meinen allgemeineren laufenden oder neuen Aufgaben.
Für Tage mit etwas weniger Motivation (derzeit keine Seltenheit) ein ganz einfacher Tipp: Nicht zu viel im Voraus über all das nachdenken, was zu tun ist, um sich nicht entmutigen zu lassen, sondern einfach unter passenden Arbeitsbedingungen loslegen (am Schreibtisch, nicht auf dem Sofa). Der Rest kommt von allein!
Wenn ich mich wieder an die Arbeit mache, höre ich gerne Musik, um mich zu motivieren. Meistens schalte ich sie kurz danach wieder aus, um mich besser konzentrieren zu können.
Gegen 13 Uhr esse ich zu Mittag, immer leicht, um ein Mittagstief zu vermeiden. Ich nutze die Zeit auch, um kurz frische Luft zu schnappen und meinen dritten Kaffee des Tages zu trinken (Im Moment ist das etwas schwieriger, wenn man in einer Wohnung lebt, aber machen Sie eine Pause und gehen Sie an die frische Luft, wenn möglich und unter Einhaltung der nötigen Vorsichtsmaßnahmen.)
Wenn ich mich wieder an die Arbeit mache, höre ich gerne Musik, um mich zu motivieren. Meistens schalte ich sie kurz danach wieder aus, um mich besser konzentrieren zu können
Ich versuche, meinen Arbeitstag zwischen 18 und 19 Uhr zu beenden. Diese Grenze halte ich konsequent ein, auch wenn ich mich später noch einmal daransetze, falls dringende E-Mails eintreffen. Sobald ich Gelegenheit dazu habe, gehe ich abends bouldern oder klettern. Das hilft mir sehr, die Balance zu halten – sowohl mental als auch körperlich! Zurzeit habe ich das Klettern durch Core-Übungen ersetzt, das erfüllt seinen Zweck genauso gut! »
• Sich Zeit für ein ausgewogenes Frühstück nehmen, um genügend Energie für den Tag zu haben
• An zähen Tagen einfach anfangen, ohne den Tag zu sehr zu zerdenken. Der erste Schritt zählt!
• Leicht zu Mittag essen und regelmäßig in Bewegung bleiben
• Nach einer Pause etwas Musik hören, um wieder in den Arbeitsfluss zu kommen

Margaux, Art Director
« Von zu Hause aus zu arbeiten ist wirklich nicht einfach und nicht jedermanns Sache, aber es gibt dennoch ein paar gute Tipps! Sein eigener Chef zu sein bedeutet, sich Ziele zu setzen, einen Zeitplan zu erstellen und sich daran zu halten, aber auch abzuschalten und kein schlechtes Gewissen zu haben: Einer der Vorteile als Freelancer ist die Freiheit, bei Müdigkeit etwas länger schlafen zu können, mitten in der Woche eine Ausstellung in einem leeren Museum zu besuchen...
Für mich ist eines der wichtigsten Dinge bei der Arbeit von zu Hause, die Bereiche klar zu trennen: den „Entspannungsbereich“ und den „Arbeitsbereich“. Andernfalls besteht das Risiko, nie das Gefühl zu haben, Feierabend zu machen und sich zu entspannen, oder umgekehrt nie wirklich in Gang zu kommen und produktiv zu sein. Seien wir ehrlich: Wer arbeitet schon effizient auf dem Sofa vor dem Fernseher?
Der zweite Punkt ist, sich eine Routine wie fürs Büro zu schaffen: Wecker stellen, frisch machen, anziehen (man muss sich nicht in Schale werfen, aber Jeans/Pullover/Sneaker reichen völlig aus), ein gutes Frühstück genießen... persönlich kann ich meinen Tag unmöglich ohne meinen Cappuccino beginnen.
Seien wir ehrlich: Wer arbeitet schon effizient auf dem Sofa vor dem Fernseher?
Als Art Director habe ich das Glück, bei Musik arbeiten zu können, ohne mich ablenken zu lassen (wobei das die Nachbarn vermutlich anders sehen). Zur Motivation höre ich vor allem 90er- und 2000er-Mixe!
Danach gehe ich zuerst meine E-Mails durch, um meinen Tages- und Wochenplan anhand der Anfragen zu strukturieren. Ich bin überhaupt kein Morgenmensch, deshalb beginne ich nach Möglichkeit mit einer „leichten“ Aufgabe, um erst einmal wach zu werden. Eine Runde auf Pinterest zur Inspiration zum Beispiel (ja, das ist wirklich Arbeit).
Man sollte einen festen Rhythmus beibehalten, sich mittags nach Möglichkeit eine echte einstündige Pause gönnen – genau wie im Büro – und vermeiden, alles hastig vor dem Bildschirm hinunterzuschlingen.
Am schwierigsten war es für mich, klare Grenzen und Arbeitszeiten zu setzen sowie abends und am Wochenende Feierabend zu machen. Doch das ist essenziell: Außerhalb von Hochphasen sollte man sich unbedingt Pausen und Erholung gönnen. Es ist besser, drei Stunden hochkonzentriert und effizient zu arbeiten und dann Pause zu machen, als fünf Stunden ohne echten Fortschritt zu vertrödeln. »
• Ziele setzen, den Zeitplan strukturieren und sich daran halten
• Arbeits- und Entspannungsbereiche klar voneinander trennen
• Eine feste Routine entwickeln, als ginge man ins Büro
• Grenzen setzen und feste Arbeitszeiten einhalten
Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie zu Hause, wann immer es möglich ist.
Viel Erfolg!
Das Hast-Team