Durchgestrichene Preise, verlockende Angebote, Schnäppchen, die man nicht verpassen darf… Früher außergewöhnlich, hat man heute den Eindruck, dass Sonderangebote zur Normalität geworden sind. Nun ja, leider ist das nicht nur ein Eindruck
Wenn Schlussverkäufe ursprünglich dazu dienten, unverkaufte Ware abzubauen und punktuelle Rabatte zu gewähren, hat sich heute eine Flut von Preisnachlässen etabliert. Warum also zum vollen Preis kaufen, wenn man weiß, dass es in wenigen Tagen reduziert sein wird? Ist das ein schönes Geschenk der Marken? Nicht wirklich.
Wir alle haben uns angesichts eines Rabatts von -30%, -50% und manchmal sogar -70% schon gesagt: „Das muss ich nutzen, das wird nicht lange dauern“, oder: „Bei diesem Preis kann ich nicht nein sagen!“. Weil wir der Versuchung nicht unfehlbar widerstehen - schließlich sind wir Menschen -, geben wir manchmal nach, oft für etwas, das wir überhaupt nicht brauchten. All das wegen dieser kleinen Stimme, die uns sagt, wir sollen kaufen, weil die Gelegenheit zu gut ist.
Doch was verbirgt sich hinter einem durchgestrichenen Preis? Da Verkauf unter Einstandspreis für Marken und andere Verkaufsseiten sicherlich keine Option ist, kann man sich zu Recht fragen, wie einige von ihnen Rabatte von bis zu -80% anbieten können.
Verbraucherschutzverbände haben darauf hingewiesen, dass einige Händlerseiten wenige Wochen vor Beginn einer Rabattaktion ihre Preise unauffällig, ganz langsam und ohne etwas zu sagen erhöhen. Am Stichtag bieten sie dann den lang erwarteten Rabatt an - wie nett! - nur fällt der Preis in Wirklichkeit auf sein ursprüngliches Niveau zurück. Die Reduzierung ist also alles andere als… eine Reduzierung.
Den Konsum anzukurbeln und einen Kaufimpuls zu erzeugen, das ist es, was Sonderangebote bezwecken. Und dafür ist jedes Mittel recht.
Insbesondere im Fall von Fast Fashion gehen manche Marken sogar so weit, spezielle Kollektionen für ihre Rabattkampagnen zu produzieren, natürlich zu geringeren Kosten. So stehen wir Produkten von minderer Qualität gegenüber, doch angesichts des „Schnäppchens“ erkennt der Kunde den Unterschied nicht mehr und kauft einen enttäuschenden Artikel. Das ist doch der Gipfel des Zynismus, oder? Ganz zu schweigen davon, dass dadurch enorme Mengen an Abfall, Umweltverschmutzung und Treibhausgasen entstehen, und vieles mehr, für Kleidung, die wir aufgrund ihrer oft mittelmäßigen Qualität letztlich wegwerfen werden.
Und da der Rabatt oft farblich hervorgehoben wird, zieht er uns sofort an. Den Konsum anzukurbeln und einen Kaufimpuls zu erzeugen, das ist es, was Sonderangebote bezwecken. Und dafür ist jedes Mittel recht.

Mitten im Black Friday wollten wir daran erinnern, dass wir uns dessen zwar bewusst sind, uns unsere kleine schizophrene Seite aber manchmal einen Streich spielt und wir uns oft von einem Preis anziehen lassen. Doch der Bumerang kommt zurück. Nach dieser Flut an Sonderangeboten, die es in Frankreich seit bald 10 Jahren gibt, scheint der Verbraucher gesättigt und weist diese Anreize zum Überkonsum zunehmend zurück. Der Wunsch, weniger, aber besser zu kaufen, setzt sich nach und nach durch, und unser kritischer Geist gewinnt gegenüber den Rabatten die Oberhand.
Im Bewusstsein all dessen hinterfragen sich heute viele Marken. Bei Hast sind unsere Kleidungsstücke zeitlos, langlebig und haben feste, faire Preise. Für diese Werte, unsere Werte seit jeher, möchten wir einstehen. Und sich bei Hast zu kleiden, heißt einfach, sie zu teilen.
Wenn wir heute Teil des Kollektivs MAKE FRIDAY GREEN AGAIN sind, das fast 700 Marken vereint, die nicht am Black Friday teilnehmen werden, dann um einen bewussten und verantwortungsvollen Konsum so weit wie möglich wiederherzustellen. Im Übrigen haben wir nicht auf dieses Kollektiv gewartet, denn wir vertreten diese Haltung seit der Gründung der Marke Ende 2012.
Wenn auch Sie Ihren Beitrag zu diesem schönen Bauwerk leisten möchten, widerstehen Sie der Versuchung von Sonderangeboten und kaufen Sie weiterhin weniger, aber besser. Eines ist sicher: Sie werden es nicht bereuen!