In den letzten Jahren ist es zur Tradition geworden: Pünktlich zur hektischen Zeit des Winterschlussverkaufs im Januar startet das Team von Hast eine Aktion, bei der es darum geht, sich selbst und seine Kleidung zu pflegen, statt wahllos Neues zu kaufen. Worauf es ankommt, ist, seine Lieblingsstücke wertzuschätzen und dafür zu sorgen, dass sie lange halten – manchmal ein Leben lang. Diesmal haben wir uns für eine Kooperation mit der Marke Les Petits Bidons entschieden: Ein junges Pariser Unternehmen, das erfolgreich eine Reihe natürlicher Waschmittel herstellt – frei von den üblichen chemischen Supermarktzusätzen und mit dem Vorzug, unsere Textilien nicht in kratzige, schnell verfilzende Stoffe zu verwandeln. Das Angebot: Ab einem Bestellwert von 100 Euro auf unserer Website erhalten Sie eine 1-Liter-Flasche Les Petits Bidons mit Rosmarin gratis dazu.
Die Räume von Les Petits Bidons befinden sich irgendwo in einer Bürogemeinschaft unweit der Place de la République in Paris. Ein Inkubator, durchzogen von Wendeltreppen, in dem in kistenförmigen Räumen tausend Ideen pro Minute entstehen. Ein lebendiger, emsiger Bienenstock voller Tatendrang und Leben. Im obersten Stockwerk dieses besonderen Ortes befindet sich ein hohes Glasdach, von dem noch Reste der Weihnachtsdekoration herabhängen. Hier empfängt uns Cyril Neves, 32 Jahre alt und Gründer von Les Petits Bidons, mit einem strahlenden Lächeln.
Was bedeutet Kleidung für dich?
Sagen wir, es ist wichtig. Es ist der erste Eindruck, den man hinterlässt. Mir ist bewusst, dass mein Auftreten den Ton angibt und meine Gesprächspartner auf die Begegnung einstimmt – sei es im Beruf oder im Privatleben. Ich bin da ziemlich aufmerksam, auch wenn es schon echte Fehltriffe gab. Lange Zeit hatte ich einen sehr konformen Stil, als wollte ich in der Masse untergehen. Ich hatte auch eine Phase mit engen Hosen – zum Glück ist das vorbei! Mit der Zeit bin ich gelassener geworden und habe einen sichereren Stil entwickelt.
Ich suche nicht unbedingt nach dem Trendteil, das garantiert immer gut ankommt. Ich trage lieber Dinge, die zu meiner aktuellen Stimmung passen.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Eigentlich ist es ganz einfach! Jeans, Sneaker und ein T-Shirt, über das ich ein Hemd ziehe, wenn es etwas kühler wird. In meinem Schrank hängen viele Basics und geblümte Hemden für den Sommer. Ich finde es toll, ein paar Stücke zu haben, die dem Stil einen Twist verleihen, die für einen kleinen Bruch sorgen. Manchmal stöbere ich auf Reisen nach Vintage-Kleidung. Ich habe Hemden mit auffälligen Mustern – eines mit einer sehr präsenten Zitrone zum Beispiel. Außerdem besitze ich einen alten Mechaniker-Kittel, den ich als Overshirt trage. Aber ich übertreibe es nie mit der Extravaganz.

Verändert sich dein Stil, wenn du im beruflichen Kontext unterwegs bist?
Ich habe lange im Marketing und Vertrieb bei L’Oréal und Danone gearbeitet – Bereiche, in denen der Dresscode sehr streng und reglementiert ist. Viele meiner Kollegen trugen jeden Tag einen Anzug. Diese Uniform hat mich wahnsinnig gemacht. Ich fand diese Kleidung völlig irrelevant für den eigentlichen Wert, den man bei der Arbeit leisten soll. Sie soll eine gewisse Glaubwürdigkeit vermitteln, ist im Grunde aber nichts weiter als ein belangloser Konformismus. Ich habe immer versucht, mich von diesem Look zu distanzieren. Damals kam ich in Jeans und Sneakern ins Büro und bekam entsprechende Kommentare zu hören. Heute trete ich immer noch so auf. Es macht mir überhaupt nichts aus, Meetings im T-Shirt ohne Jacke zu bestreiten. Ich stelle mir die Frage gar nicht erst. Wichtig ist mir nur, auf diese Weise gepflegt aufzutreten – mit einheitlichen, stimmigen Tönen. Es ist schlicht und drängt sich nicht auf. Mir ist es viel lieber, dass man darauf achtet, was ich sage und welche Botschaften ich vermitteln möchte, statt auf meine Kleidung zu schauen. Ich trage bei der Arbeit zum Beispiel keine geblümten Hemden.
Wie pflegst du deine Kleidung?
Ich habe das Glück, schon immer eine Waschmaschine zu Hause gehabt zu haben. In die Reinigung gehe ich nur, wenn ein Anzug für eine Hochzeit gewaschen werden muss. Den Rest erledige ich selbst. Wahrscheinlich auch, weil ich in meinem Schrank keine Stücke habe, die eine besondere Pflege erfordern. Ich achte auch beim Kauf darauf, pflegeleichte Kleidung zu wählen – aus Gründen der Einfachheit, aber auch der Kosten wegen. Ich wasche meine Jeans nur sehr selten und lüfte meine Pullover lieber gründlich aus. Im Grunde habe ich meine Kleidung noch nie übermäßig oft gewaschen. Es ist wichtig, kein Wasser unnötig zu verschwenden. Bei jedem Waschgang muss man auf die richtige Dosierung des Waschmittels achten: Nimmt man zu wenig, leidet die Waschkraft. Nimmt man zu viel, wird es beim Spülen nicht restlos ausgewaschen; es können Rückstände auf der Kleidung bleiben, die Hautreaktionen hervorrufen oder das Gewebe beschädigen können. Auch die Temperatur ist entscheidend – sowohl für die Wirkung als auch für den Energieverbrauch. Je kühler man wäscht, desto weniger Energie verbraucht man. Mit Les Petits Bidons versuchen wir, Waschmittel zu entwickeln, die auch bei niedrigen Temperaturen voll wirksam bleiben.

Wie bist du eigentlich dazu gekommen, dich für das Thema Waschmittel zu interessieren?
Durch meine früheren Jobs habe ich mich intensiv mit den ökologischen Herausforderungen im Lebensmittel- und Kosmetikbereich auseinandergesetzt. Ich begann, mich für die Inhaltsstoffe verschiedener Produkte und deren Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt zu interessieren. Nach und nach habe ich dann versucht, ein eigenes Waschmittel herzustellen. Ganz simpel, indem ich nach Rezepten im Internet gesucht habe: Mischungen aus Flocken von Savon de Marseille oder Schmierseife, weißem Essig als Weichspülerersatz und Wasser, das man im Topf aufkocht, bis eine mehr oder weniger zweifelhafte Textur entsteht. Ich habe verschiedene Rezepte ausprobiert, und es gab einige Rückschläge. Parallel dazu habe ich mir die Inhaltsstoffe herkömmlicher Markenwaschmittel angesehen und festgestellt, dass sie gar nicht so leicht zu entschlüsseln sind – wohl vor allem deshalb, weil sie nicht besonders gut sind. Ich fand es verrückt, dass es nichts gab, was wirklich sauber formuliert und im Alltag dennoch wirksam ist. Schließlich bin ich auf Labore zugegangen, habe ihnen ein genaues Lastenheft vorgelegt und wir haben gemeinsam die Rezepturen entwickelt.
Es ist nicht normal, dass ein Kleidungsstück nach drei Wochen im Schrank immer noch intensiv nach Waschmittel riecht.
Der Ansatz von Les Petits Bidons betont vor allem die Bedeutung des Hautkontakts. Warum?
Nur weil ein Waschmittel als natürlich bezeichnet wird, heißt das nicht, dass es unbedenklich für die Haut ist. Die Grundstoffe gängiger Rezepturen wirken oft allergenisierend – bedingt durch Erdölderivate, die in der Seifenbasis stecken. Es galt also, eine Formel zu entwickeln, die auch für empfindliche Haut geeignet ist und unter dermatologischer Kontrolle getestet wurde. Wir haben diese Derivate und bedenklichen Moleküle aus unseren Formeln verbannt. Außerdem wollten wir mit natürlichen Duftstoffen arbeiten und nicht mit den synthetischen Düften herkömmlicher Waschmittel.
Du sagst in diesem Zusammenhang, dass „Sauberkeit keinen Geruch hat“. Was meinst du damit?
Der Verbraucher ist durch das Marketing konditioniert. Man denkt immer, damit Wäsche sauber ist, müsse sie tagelang nach Meeresbrise oder ähnlichem riechen. Genau gegen diese Vorstellung kämpfen wir an. Es ist nicht normal, dass ein Kleidungsstück nach drei Wochen im Schrank immer noch intensiv nach Waschmittel riecht. Das zeigt nur, dass Rückstände darin verbleiben – und in diesem Fall kann das Gewebe potenziell die Haut reizen. Wir arbeiten mit natürlichen Düften, die flüchtiger sind und schneller verfliegen, aber weder Textil noch Haut belasten.
Zudem enthalten eure Waschmittel kein Palmöl, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Marken…
In allen Wasch- und Reinigungsmitteln findet sich Palmöl. Es wird aus Kostengründen und wegen seiner einfachen Handhabung eingesetzt. Und das ist ein echtes Problem: Dieser Anbau führt zur Abholzung ganzer Regionen, insbesondere in Afrika. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, unsere Produkte ohne Palmöl zu entwickeln. Das ist sehr aufwendig und teurer. Wir verwenden eine Basis aus Sonnenblumen- und Olivenöl.
Wie verhinderst du, dass deine Hemden beim Waschen in der Maschine Schaden nehmen?
Eigentlich gibt es da kein Risiko. Man muss die Hemden lediglich nach Farben sortieren und bei der auf dem Pflegeetikett empfohlenen Temperatur waschen. Dann passiert gar nichts. Man sollte nur kein Wollhemd bei 50 Grad waschen!

Und schließlich: Warum hast du dich für eine Kooperation mit Hast entschieden?
Ich hatte schon seit einiger Zeit ein Auge auf die nachhaltigen Ansätze einiger französischer Modemarken geworfen, mit guten Ideen bei der Beschaffung und der Preisgestaltung. Mit Les Petits Bidons wollte ich gewissermaßen die Verantwortung für das weitere Leben der Kleidung übernehmen. Die Marken machen gute Klamotten und Les Petits Bidons sorgt dafür, dass ihre Pflege sauber und natürlich bleibt. Als Hast auf uns zukam, um über eine Zusammenarbeit nachzudenken, habe ich sofort zugegriffen.