Rencontre avec Dominique Restino, président de la CCI de Paris

Begegnung mit Dominique Restino, Präsident der CCI Paris

2 Min. Lesezeit

Im Schatten der Pariser Börse, mitten im Herzen der Stadt, liegt ein unscheinbares Gebäude, in dem sich die Büros der Industrie- und Handelskammer Paris befinden. Eine offizielle Institution, dank der viele unternehmerische Vorhaben entstehen und wachsen. Die „CCI“, wie der Fachjargon sie schon lange nennt, wird heute von Dominique Restino geleitet. Ein Mann mit herzlicher Ausstrahlung, dem Werdegang eines Vertriebsingenieurs und echter Autodidakt: „Ich habe viele Gelegenheitsjobs gemacht, und eines Tages wurde ich Personalberater für Zeitarbeit. Ich habe die Arbeit anderer vermittelt. So fing alles an.“ Und so kam es auch, dass Dominique Restino anfing, Anzüge zu tragen.

Sie bekleiden heute offizielle Funktionen und waren lange Zeit Unternehmer – Positionen, in denen das Tragen eines Anzugs üblich ist. Welches Verhältnis haben Sie zu diesem Kleidungsstück?

Der Anzug ist keine reine Repräsentationssache. Es geht vielmehr um Respekt gegenüber anderen. Seit ich 20 Jahre alt bin, trage ich Anzugsakko. Als ich jünger war, verlieh es mir ein seriöses Auftreten, besonders wenn es darum ging, Mitarbeiter einzustellen oder mit einer anspruchsvollen Kundschaft zu verhandeln. Im Laufe meines Lebens habe ich diese Basis dann um verschiedene Elemente ergänzt. Zeitweise trug ich Flanellhosen zum Anzugsakko. Ich habe auch Dreiteiler getragen, das fand ich elegant. In einer anderen Phase trug ich zweireihige Anzüge. Damals war ich noch keine 47 und hatte noch nicht mit dem Rauchen aufgehört. Heute ist das nicht mehr ganz so, daher meidet man diese etwas zu körperbetonte Form des Anzugs besser. Neben den Anzügen hängt heute auch ein Smoking in meinem Schrank. Den habe ich mir damals für das Filmfestival in Cannes gekauft!

Betrachten Sie das Tragen eines Anzugs als Norm?

Ich bin mir durchaus bewusst, dass sich die Zeiten geändert haben. In bestimmten beruflichen Umfeldern wirkt man im Anzug schnell deplatziert. Man trägt lieber Jeans und Sneaker, wie etwa in Start-ups. Als Unternehmer ist mir das natürlich aufgefallen. Bei den Unternehmern der alten Schule hingegen ändern sich die Dinge nicht: Die Tradition des Anzugs ist fest verankert. Ich persönlich trage nicht immer eine Krawatte. Die Krawatte ist weniger gefragt, man sieht das lockerer. Dennoch trage ich immer einen Anzug. Weil ich mich darin wohlfühle, aber vor allem, weil er mein Blaumann ist.


Der Anzug ist keine reine Repräsentationssache. Es geht vielmehr um Respekt gegenüber anderen.

Hatte Kleidung in Ihrer Familie einen besonderen Stellenwert?

Ich stamme aus einer Einwandererfamilie und bin im Département Aisne aufgewachsen, in einer kleinen Stadt mit einem Schloss. Mein Vater hat alle möglichen Berufe ausgeübt, vom Maurer bis zum Schneider. Eine Zeit lang leitete er einen kleinen Textilbetrieb, ein Konfektionsatelier mit rund einem Dutzend Näherinnen. Als Junge faltete ich dort Kleidung, um mir etwas Taschengeld zu verdienen. Kleider, Rollkragenpullover, Hemden… Kleidung hat in meinem Leben schon immer eine Rolle gespielt.

Wie sehen Sie aus, wenn Sie keinen Anzug tragen?

Ich trage gerne Sneaker und Jeans. Ich mochte schon immer Kenzo, ich liebe weiche, leichte Stoffe. Mit 16 habe ich sieben Monate lang gespart, um mir meine erste Hose von Teddy Smith zu kaufen. Das war 1978, und sie war rot. In den 80er-Jahren fing ich an, Lederhosen zu tragen. Ich weiß, dass das heutzutage ziemlich unmodern ist, aber ich hoffe aufrichtig, dass dieser Trend zurückkehrt. Ich habe immer noch eine im Schrank, aus braunem Leder, eine Art Nubuk.