James Stewart dans Fenêtre sur cour

James Stewart in Das Fenster zum Hof

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In diesen Zeiten des Rückzugs in die eigenen vier Wände, in denen man sich auf der Suche nach Unterhaltung auf Netflix und anderen Streaming-Plattformen den Kopf zerbricht, gibt es einen Film, den man nicht vergessen sollte. Das Fenster zum Hof, natürlich.

Im Herbst 1954 in die Kinos gekommen, erzählt das sechsundvierzigste Werk des legendären britischen Regisseurs Alfred Hitchcock die Geschichte eines Mannes, der nichts anderes tun kann, als zu Hause zu bleiben. Jeff Jeffries, verkörpert vom ebenso legendären James Stewart, ist ein abenteuerlustiger Fotograf, der mit eingegipstem Bein im Rollstuhl seine Tage damit verbringt, aus dem Fenster zu schauen.

Das Fenster zum Hof ist ein Film über Einsamkeit und Verzweiflung, über das zähe Verstreichen der Zeit, über Zorn und rasch verfliegende Begeisterung. Vor allem aber ist es ein Film über den Voyeurismus als Zeitvertreib wider Willen: Der bedauernswerte Jeff Jeffries vertreibt sich die Zeit damit, jenes Objektiv, mit dem er sonst die Welt bereist, auf das alltägliche Treiben der Wohnungen gegenüber seinem Innenhof zu richten.

Aus all diesen Gründen, und ganz abgesehen von jedem Virus, ist Das Fenster zum Hof heute ein Film mit ganz eigenem Nachgeschmack. Ohne gleich das gegenüberliegende Haus obsessiv zu bespitzeln, kann man sich von James Stewart inspirieren lassen, um die Zeit zu Hause angenehmer zu gestalten: durch seinen Chic. Denn trotz eines Lebens, das sich ausschließlich drinnen abspielt, und ohne auch nur aufstehen zu können, beweist die Figur des Jeff Jeffries ein beachtliches Gespür für Stil von einem Tag auf den anderen. Ein klares Zeichen dafür, dass unser Mann sich nicht unterkriegen lässt. In Das Fenster zum Hof erhebt Jeff Jeffries das Tragen des Pyjamas zur absoluten Eleganz im Lockdown.


Von James Stewart kann man sich hier nach Herzenslust inspirieren lassen, um die Zeit zu Hause stilvoller zu gestalten: durch seinen Chic

Im Laufe der vier Tage, über die sich die Handlung erstreckt, zeigt sich der Held in vier verschiedenen Outfits dieser Art. Zunächst ein khakifarbener Pyjama, dann ein blauer, noch ein blauer und schließlich, auf dem Höhepunkt der Spannung (wir sind schließlich bei Hitchcock, und nur weil sich alles an einem Fenster abspielt, fehlt es nicht an Suspense), ein rosafarbener. Sie sind aus Popeline gefertigt, jenem feinen, leichten Stoff, den man bei vielen der formellen Hemden von Hast findet. Die Pyjamas von Mr. Jeffries besitzen einen breiten Kragen, den sogenannten Ulster Collar, der dem von Kuba-Hemden ähnelt. Zudem verfügen sie über drei Taschen – eine auf der Brust und zwei auf Hüfthöhe –, die auffallend an die unserer Arbeitsjacken erinnern.

Wie ein kurzes Innehalten mitten in einer Filmszene lässt sich festhalten, dass man die Eleganz, den Komfort und die Funktionalität von Jeff Jeffries' Oberteilen ganz ähnlich in der Kollektion von Hast wiederfindet. Diese Parallele bringt Wesentliches auf den Punkt: Bei Hast leitet uns die Leidenschaft für vollendete Eleganz bei der Entwicklung von Stücken, die Epochen überdauern und den Geist der Gegenwart aufgreifen. Zeitlos eben. Doch zurück zu Das Fenster zum Hof – darum geht es schließlich hier.

Da es im Film besonders warm zu sein scheint, schließt Jeff Jeffries die fünf großen weißen Knöpfe seines Oberteils nie ganz – was ihm einen leicht lässigen Zug verleiht, was aber keineswegs stört. Die Pyjamahose wird an der Taille mit einem Kordelzug gehalten und verzichtet beidseitig auf Taschen. Mehr wäre ohnehin zwecklos, da Jeffries die gesamte Zeit im Sitzen verbringt.

Um seiner Erscheinung zusätzlichen Glanz zu verleihen, trägt die Figur am gesunden rechten Fuß einen eleganten schwarzen Lederslipper – einen Opera Slipper, wie man ihn in der Mitte des 20. Jahrhunderts schätzte. Ohne Schnürung und ohne grobe Nähte erinnert er schlicht an den Schuh eines Tänzers, gemacht, um mühelos über das Parkett des Salons zu gleiten.

Mit tadellos nach hinten gekämmtem Haar, einem Hauch Pomade und einer Schweizer Uhr mit goldenen Zeigern am Handgelenk wäre Jeff Jeffries fast bereit für einen Spaziergang im Park oder gar einen abendlichen Empfang.

Auch abseits ruhiger Tage zu Hause könnte der Pyjama, passend kombiniert, durchaus das Zeug zum neuen Alltagsbegleiter haben. Doch selbst wenn man wüsste, wie man den Pyjama wie Jeff Jeffries trägt, hat dieser einen unübertrefflichen Vorteil gegenüber uns allen: Grace Kelly. Als Lisa Freemont besucht sie ihn täglich und lässt sein Herz in Wahrheit weit mehr höher schlagen als das Geschehen in den Nachbarwohnungen. Ebenfalls von vollendeter Eleganz – und nicht im Pyjama. Bei jedem Auftritt vor der Kamera bestechen ihre Ensembles durch besondere Farben, edle Materialien und eindrucksvolle Schnitte. Von der berühmten Kostümbildnerin Edith Head wünschte sich Alfred Hitchcock nur eines: Grace Kelly solle „wie feinstes Porzellan wirken, beinahe unberührbar“.